Der Wolf ist tot – weitere Wölfe

KORA, 2012, © C. Spadin … werden einwandern. – Diese Schlagzeile las man am 14. Januar …1999 (!) in einer Pressemitteilung des BAFU (damals BUWAL) als Reaktion auf einen toten Wolf am Simplon. Heute, 15 Jahre später, leben im Alpenraum mehr als 160 Wölfe (Quelle: KORA), …

ein Rudel hat sich in der Schweiz etabliert und ein zweites Mal Junge hervor gebracht, darunter im letzten Wurf mindestens 2 bestätigte weibliche Welpen (F10 und F11).

Seit 1998 haben insgesamt 13 Wölfe durch menschliches Einwirken (8 legale Abschüsse, 2 gewildert und 3 überfahrene Wölfe) ihr Leben gelassen. Aber trotz (aktueller Stand 2010) polarisieren Wolfsrisse jedes Mal von Neuem, insbesondere weil Wölfe oft mehrere Nutztiere zugleich schlagen und nicht vollständig auffressen. Im vergangenen Jahr 2013 gingen in der Schweiz über 200 Nutztiere auf das Konto von Wölfen. Und sucht man im vielleicht bekanntesten Webbrowser nach „Wolf + Schweiz“ erhält man fast über 460 Tausend Treffer – eine eindrückliche Zahl, wie sehr diese Tierart für Emotionen sorgt! Zuletzt hat am vergangenen Wochenende ein versehentlicher Abschuss für starkes Medienecho gesorgt…

Das Calanda-Rudel, viel mehr aber dessen weibliche Jungtiere, die innert der nächsten 20 Monate abwandern und möglicherweise eigene, neue Rudel bilden werden, nötigen die Behörden aktuell zur Überarbeitung des bestehenden Managementkonzepts beziehungsweise zur Intensivierung des Herdenschutzes. Letzterer zielt auf eine „Koexistenz von Grossraubtieren und Kleinviehhaltung“ ab. Die traditionelle Behirtung, insbesondere mit Herdenschutzhunden, sowie Einzäunungen und Nachtpferche, sind nicht nur sinnvoll als Schutzmassnahmen vor möglichen Wolfsangriffen. Im Gegensatz zu frei weidenden Nutztieren können behirtete Herden rechtzeitig und gezielt zusammengehalten und weitergeführt werden, um beispielsweise Übernutzung der Alpweiden zu verhindern oder auftretende Krankheiten wie die Moderhinke oder Gämsblindheit erfolgreich zu behandeln.

Es wäre meines Erachtens auch Zeit, dass die Rolle der Landwirtschaft, insbesondere ihre finanzielle Beteiligung am Herdenschutz, neu überdacht und intensiviert wird. Im Umgang mit den Schweizer Wölfen sind alle betroffenen Parteien zu einer aktiven Teilnahme aufgefordert. Und das setzt voraus, sich mit der Biologie des Wolfes genauso auseinanderzusetzten wie mit Präventionsmassnahmen, die tatsächlich funktionieren und Managementkonzepten, die in der Praxis tatsächlich umsetzbar sind.

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